Notizen aus dem Off

Hallo, ich bin Oliver. Ich wurde unter den üblichen Umständen in einer Ruhrpott-Metropole Deutschlands geboren. Wenn mir nicht das Schubladendenken unterstellt wird, legt man mir nahe, die Katzenhaare an meiner Kleidung zu entfernen. Ich liebe das Schreiben und die Muse spielt mir manchmal mit der Zunge im Ohr. Und das ist mein Blog.
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Sie tanzt auf mich zu. Keinerlei Ausweichmöglichkeiten. In der einen Hand hält sie ein Bier. In der anderen eine Kippe. Einzige Hoffnung: Sie bringt mir den nächsten Drink und macht sich dann aus dem Staub. Drum bleib ich stehen. Fühle mich zwar wie das berühmte Reh im Scheinwerferlicht, aber egal.
Sie singt mir irgendwas. Hat nicht viel mit dem Song gemeinsam, den wir da im Hintergrund ertragen müssen. Bis auf die eine oder andere Textstelle vielleicht. Der Pur-Mix, funkelblaue Augen und graue Haare. Ein Song, der mich kotzen lässt. Sie hört auf zu singen und fixiert mich. Ob ich tanzen möchte, fragt sich mich. Um Zeit zu schinden, stelle ich mich taub und frage nach, was sie will. Sie brüllt die Frage erneut in mein Ohr. Das ist schmerzhaft.

“Du kannst nicht tanzen.”
“Doch. Schau her.”
Sie wackelt wie eine Palme im Wind. Da gab es früher Sonnenblumen mit Sonnenbrillen, die besser tanzen konnten.
“Ne, ich mein … Nicht mit dem Bier.”
Sie trinkt es aus. Auf Ex.
“Super”, sage ich.
“Normalerweise trinke ich nie auf Ex. Zumindest nicht auf meinen, höhöhöhöhö.”
“Ich tanze nicht auf Pur. Das ist gegen meine Religion.”
“Wieso? Woran glaubst Du denn?”
“Wieviel hast Du schon getrunken?”
“Geht so. Hihihi.”

Ich nehme Blickkontakt zu einem Bekannten auf. Er soll mir aus der Patsche helfen. Dem ist nämlich immer egal, wie die Damen beschaffen oder drauf sind. Wenn er Not am Mann hat, würde er selbst auf Beerdigungen Weiber angraben. Er scheint das Problem schon bemerkt zu haben und kommt näher.

“Das ist Schlaufe. Kumpel von mir”, sage ich.
“Hi. Ich bin Schlaufe”
“Na und?” fragt die Tussi.
“Ne, Moment. Das ist Schlaufe. Der kann gut tanzen.”
“Der ist mir egal.”
“Tja, Schlaufe. Mach Dich weg.”

Schlaufe geht wieder in seine Ecke. Was sollte ich nur machen? Diese Art Situationen passieren so oft. Ich will nur was trinken und mich für einen kleinen Text inspirieren lassen. Und dann? Passiert immer dieselbe Kacke. Besaufen, besaufen, blöde Weibersituation, ich blamiere mich oder mach mich lustig, besaufe mich noch ein wenig, Fin. Nicht schon wieder!

“Mach Dich mal auch mal weg. Das hatten wir schon.”, sage ich.
“Hä?”
“Trotzdem Danke.”
Der Pur-Mix neigt sich dem Ende. Der nächste Song startet im Anschluß.
“Ooooooh! NAU EIIII HÄÄÄÄTTT SSEE TEEEIIIMM OFFF MMEEIIII LEEEEEEEIIIFF….”
Wenige Sekunden später stehe ich auf der Tanzfläche. Wir sind zwei Palmen. Sie brüllt mir weiterhin Textpassagen ins Ohr, bis ich das Gefühl habe, dass mir der Kopf platzt. Ihr nächstes Bier trank ich aus Rache heimlich alleine aus. Und so wurde es dennoch ein netter Abend.