Notizen aus dem Off

Hallo, ich bin Oliver. Ich wurde unter den üblichen Umständen in einer Ruhrpott-Metropole Deutschlands geboren. Wenn mir nicht das Schubladendenken unterstellt wird, legt man mir nahe, die Katzenhaare an meiner Kleidung zu entfernen. Ich liebe das Schreiben und die Muse spielt mir manchmal mit der Zunge im Ohr. Und das ist mein Blog.
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Frauen, legt die Schnulzenromane beiseite. Die britische Therapeutin Susan Quilliam warnt davor, dass Liebesromane ein verzerrtes Bild von Partnerschaften vermitteln. Na, wer hätte das gedacht?

Ich bin wenig über Inhalte einer typischen Schnulze informiert … doch kann ich mir kaum vorstellen, dass solche Sätze auftauchen:

“Ich würde ja gerne heute knutschen, doch es gab heute griechisch in der Kantine”
“Schatz, ich liebe Dich … Aber kannst Du zuerst den Müll runterbringen?”
“Was? Schon wieder? Du hattest doch erst vor drei Wochen einen Orgasmus.”

Ganz abgesehen vom Ablauf. Realistisch gesehen haben nur die wenigstens Kerle ein weißes Pferd parat und auch das Kinn ist oft ohne Ecken und Kanten. Ganz abgesehen von der Karriere als Prinz oder Ritter. Dazu hat es selten gereicht. Aber wenigstens haben die meisten eine gewisse Vorstellung von Romantik. Auch wenn sie oft gefährlich nahe am Kitsch vorbei gelegen ist. So wird der edle Bankkaufmann in seinem Kombi und einem Strauß Blumen die holde Maid schon irgendwie Richtung Sonnenuntergang geleiten.

Zurück zum Schund: Ferner behauptet Quilliam, dass nur in 11% aller Liebesromane Verhütung eine Rolle spielt. Das wäre ja auch - mit Verlaub - nicht nur lusthemmend, sondern gerät auch der Textfluß arg ins Wanken.

“Liebe mich, wie Du mich noch nie geliebt hast!”
“Aber wir haben uns doch noch nie geliebt…”
“Doch! In meinen Träumen! Unzählige Male!”
“So richtig? Mit Stellungswechsel und so?”
“Ja! Und nun besorg es mir, Tiger!”
“Ok ok … warte, ich pack nur eben das Gummi drüber.”
“…”
“Warte … Warte … Ach, Mist. Hast Du noch eins?”

Weitere Befürchtungen gibt es unter der Quelle.

Vielleicht hat die besorgte Susan Quilliam ja Recht und es sollten mehr Liebesromane mit Realitätsbezug geschrieben werden - und dabei meine ich nicht sowas wie “Feuchtgebiete”.

Vielmehr könnte es total zeitgemäße Konflikte innerhalb der Beziehung geben … wie z.B. sie ist für den Atomausstieg und er arbeitet, wie sein Vorbild Homer, im Atomkraftwerk. Oder er hat seine Liebesbriefe an sie nur abgekupfert. Vielleicht hat er aber auch dutzende Lausemädchen? Sowas peppt doch das seichte Rumgeturtel auf! Dann noch ein wenig Hartz4, Abtreibungen und Sex mit dem Ex und fertig ist das realistische Beziehungsdrama.